D.A.CH Vermögensreport 2009: Millionäre in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlieren 2008 10,5% oder EUR 280 Milliarden ihres VermögensWien,Vaduz, 23. Juni 2009 - Die
Anzahl der Austro-Millionäre - gerechnet nach Finanzvermögen in Euro, ohne eigengenutzte Immobilien - ist im Krisenjahr 2008 um 10.200 Personen auf 62.100 gesunken. Dieser dramatische Rückgang erfolgt vor dem Hintergrund starker Verluste an den Aktien- und Immobilienmärkten. Dies geht aus dem vom Liechtensteiner Investmenthaus Valluga AG und der Österreichischen Unternehmensberatung Amadeus Consulting vorgestellten 'D.A.CH Vermögensreport 2009' hervor. Die
Zahl der D.A.CH Millionäre - Deutschland, Österreich, Schweiz - ist im selben Zeitraum auf 909.000 Personen gesunken, das sind um 9,9 % oder 100.000 weniger als noch 2007.
Die Folge der Finanzkrise war ein weltweiter Kurssturz an den Aktienmärkten.
28.300 Milliarden US$ an Börsenkapitalisierung wurden vernichtet, 46,5% des gesamten weltweiten Aktienkapitals. Auch die staatlichen Interventionen und Krisenpakete konnten die allgemeine Verunsicherung nur bedingt dämpfen.
Europa und die D.A.CH Region konnten sich nicht abkoppeln. Die Kapitalisierung von Frankfurt, Zürich und Wien fiel um unglaubliche EUR 1.000 Milliarden (-41%). So verlor Frankfurt 44,6%, Zürich 36,2%, und Wien gar 66,1% seines Börsenkapitals. Das D.A.CH-BIP Wachstum, ein wesentlicher Wohlstandstreiber, halbierte sich auf marginale 1,4%, zu wenig für nennenswerte Impulse. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass es seit 2008 nur mehr 909.600 Millionäre in D.A.CH gibt, ganze 100.000 (-9,9%) weniger als 2007, als die Millionenmarke das erste Mal durchbrochen wurde.
Das Vermögen der Millionäre erstmals deutlich wenigerNachdem im Jahr 2007 der bisherige Höchststand von EUR 2.659 Milliarden erreicht wurde, verloren die Millionäre im Jahr 2008 EUR 280 Milliarden, das sind 10,5% ihres Vermögens. Damit besitzen die D.A.CH-Millionäre 'nur noch' EUR 2.380 Milliarden.
Am
stärksten waren auch hier wieder die Österreicher betroffen: Sie verlieren EUR 35 Milliarden ihres Vermögens, das entspricht einem Verlust von knapp einem Sechstel (16%). Sie halten nun EUR 185 Milliarden an Finanzanlagen. Etwas besser konnten sich Deutsche und Schweizer Millionäre behaupten: Deutsche verlieren EUR 212 Milliarden (10%), und halten EUR 1838 Milliarden. Als die besten Portfoliomanager konnten sich die
Schweizer behaupten, sie büssten 2008 nur EUR 33 Milliarden (9%) ein, und stehen damit bei EUR 357 Milliarden.
Übrigens: Reiche in
Liechtenstein sind um 1,32 Milliarden € leichter und müssen nun mit einem Vermögen von fast 15 Milliarden € vorliebnehmen.
'Trotz der vorgenommenen Umschichtungen in den Portfolios im Jahr 2008 in scheinbar sichere und weniger volatile Anlagekategorien war es auch diesen Anlegern nur in Einzelfällen möglich, ihr Vermögen abzusichern.' Damit fällt die Anzahl der Euro-Millionäre in der D.A.CH.-Region auf den Stand von 2003 zurück. Deutschland verlor 79.600 (-9,9%),
die Schweiz 9.900 (-7,2%). Ganz besonders schlimm erwischte die Finanzkrise die Österreichischen Millionäre. Neben dem schon schlechten regionalen und internationalen Wirtschaftsklima sind es Sonderfaktoren, die dem Österreichischen Millionärsverein fast jedes sechste Mitglied kosten. Ganze 10.200 reiche Österreicher wurden 'Opfer' der Finanzkrise und verloren ihren Clubstatus.
Österreich hatte lange Zeit als EU-Musterschüler gegolten, dessen hohe Dynamik und Wettbewerbsfähigkeit zu einem beträchtlichen Ausmaß in der engen wirtschaftlichen Verflechtung zu Osteuropa begründet lagen. Dieser Bonus kehrte sich jetzt ins Gegenteil um:
Die Allianz mit Osteuropa wird immer mehr als Risikofaktor gesehen. Österreichische Staatsanleihen, trotz AAA Ratings, werden mit einem deutlichen Abschlag gegenüber deutschen Staatspapieren gehandelt. Die Kreditforderungen österreichischer Banken in Osteuropa betragen bereits EUR 221 Milliarden. Obwohl es nach namhaften Experten selbst im worst case zu keinem Staatsbankrott kommen werde, wird Österreich sich von der Wirtschaftsentwicklung Osteuropas nicht abkoppeln können.
Millionäre flüchten in sichere Anlagen Die D.A.CH Millionäre haben 2008 ihre Portfolios massiv zugunsten sicherer Investments umgeschichtet. Der
Anteil von Anleihen und Cash steigt stark, auf zusammen 45% vom Gesamtvermögen. Das durchschnittliche Millionärsportfolio weist 2008 einen Verlust von 10,5 % aus. Während das die Aktienportfolios von Österreichs Millionären im Schnitt 49 % verlor, verzeichnete das typische Schweizer Aktienportfolio 'gerade' einmal einen Verlust von 28,3 %. Im Bereich der Alternativen Investments verzeichneten Hedge Fonds, gemessen am HFN Index, ein Minus von 16 %. Das Portfolioergebnis wurde im Bereich der Alternativen lediglich von Managed Futures (+12 %), Short Tradern (+31 %) und Gold (+4,31 %) verbessert.
Millionäre besitzen ein Drittel von jeglichem FinanzvermögenTrotz der beträchtlichen Verluste im vergangenen Jahr besitzen die D.A.CH. Millionäre nach wie vor etwa ein Drittel (32,7%) des gesamten Finanzvermögens der Region. Am dichtesten konzentriert ist das Vermögen in der Schweiz, wo Millionäre 36,7% des Gesamtvermögens besitzen. Kaum weniger konzentriert ist der Reichtum in Österreich (31,8%) und Deutschland (29,8%). Die reichsten 10% der Bevölkerung in D.A.CH besitzen fast zwei Drittel des Finanzvermögens.
AusblickBis dato sind die Anfang 2009 prognostizierten Lichtblicke in der Weltwirtschaft im wesentlichen ausgeblieben. Gewinnwarnungen, steigende Arbeitslosenzahlen und der sinkende Konsum tragen zu einem sehr volatilen Situation an den Aktienmärkten bei. 'Trotz aller dieser Schwierigkeiten sind die von uns befragten Millionäre und Vermögensverwalter mehrheitlich der Meinung, dass die Wirtschaft ein Comeback erleben wird, wie schon nach der Finanzkrise von 2001/2002', so Reinhard Berger abschließend. Auf Grundlage der volkswirtschaftlichen Parameter und den jüngsten Entwicklungen an den Weltmärkten geht der Report davon aus, dass das Vermögen der D.A.CH-Millionäre bis 2012 auf EUR 3.280 Milliarden anwächst, das entspricht einem Wachstum von 8,5% p.a.
Quelle: Valluga AG mit Sitz in Vaduz.